Irisches Weissbuch verkündete Entwicklungen auf dem irischen Markt für Energieeffizienz und erneuerbare Energien

18.12.15 AHK Irland - News-Hauptkategorie, AHK News, Markteintritt

„Dies sind gute Nachrichten für deutsche Unternehmen aus dem Bereich Energieeffizienz und Erneuerbare Energien, v.a. Unternehmen im Bereich energieeffiziente Gebäude, Solar, Heizsysteme, Abwärmenutzung, Bioenergie, Wind, Kleinwind, und Elektrofahrzeuge. Die irischen Bauvorschriften für Wohngebäude geben bereits einen hohen Energieeffizienzstandard vor und das Weissbuch verkündete eine weitere Erhöhung der Bauvorschriften für Wohngebäude insbesondere in Bezug auf Energieeffizienz im Bereich Beleuchtung und Heizung. Auch die neue Einspeisevergütung und politischen Rahmenbedingen für erneuerbare Energien machen Irland wieder besonders interessant für Unternehmen aus dem Bereich Erneuerbare Energien“, sagte Ralf Lissek, Geschäftsführer der Deutsch-Irischen Industrie- und Handelskammer.

Irish White Paper: Energy herunterladen

Kompakte Information zum irischen Markt für Kleinwindanlagen

Dublin, 18. Dezember 2015. Der irische Minister für Energie, Alex White, hat vergangenen Mittwoch einen Energie-Bericht publiziert, welcher den Plan für die Entkarbonisierung von Irlands Energiesystem darlegt.

Im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwochvormittag in Dublin verkündete der Energieminister, dass der Ehrgeiz bei den UN Klimaveränderungs-Verhandlungen letzte Woche in Paris großartig anzusehen war, und dass dies der Anfang vom Ende des Vertrauens auf fossile Energieträger ist.

Das Weissbuch legt den Plan für alle Aspekte der Energie dar und umfasst mehr Engagement für die Allgemeinheit mit dem irischen Energiesystem.

Unter den mehr als 90 geplanten Maßnahmen der Regierung sind u.a. verbesserte inländische Förderprogramme und Finanzierungsmöglichkeiten für energieeffiziente Upgrades und ein Förderprogramm zur Unterstützung der Entwicklung von Technologien für erneuerbare Energien. Zudem plant die Regierung die Veröffentlichung des „Public Sector Energy Efficiency Action Plans“ im Frühjahr 2016, welcher die Energieeffizienz in öffentlichen Gebäuden vorantreiben soll.

Das Weissbuch stärkt und unterstützt den Bau von lokalen Mikronetzen in der Anfangsphase finanziell, da diese die Möglichkeit bieten, das Netz zu stabilisieren. Darüber hinaus hat das CER ein Diskussionspapier zur Überarbeitung der Netzanschlussbedingungen veröffentlicht, welches höchstwahrscheinlich den Anschluss von Mikrogeneratoren zulassen wird. Darauf aufbauend wird die irische Energieagentur SEAI eine Analyse durchführen, ob Mikrogeneratoren in naher Zukunft (ca. 6 Monate) eine Einspeisevergütung bzw. einen Anreiz erhalten sollen.

Die Regierung hat auch die Veröffentlichung neuer politischer Rahmenbedingungen  verkündet, um die Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien durch größere Anlagen auf dem irischen Festland zu fördern. Die Einspeisevergütung wird weiterhin Waste-to-Energy und Waste-to-Heat berücksichtigen. Im Weissbuch wird zudem ein Entwurf des „Bioenergie-Plans“ erwähnt, welcher im ersten Halbjahr 2016 veröffentlicht wird. 

Ein Nationales „Smart Driving“-Programm wird eingerichtet, welches alle Transportsektoren umschließt. Verkehrsmaßnahmen werden u.a. Förderungen und Steuervergünstigungen inkludieren, um Menschen zu ermutigen, auf Elektro- und Gasfahrzeuge umzusteigen.

Fianna Fàil-Pressesprecher für Energie Michael Moynihan sagte: „Ich begrüße die Tatsache, dass sich das Weißbuch zu erneuerbaren Energien, wie Solar, Offshore-Wind und Meeresenergien verpflichtet. Etwas, nachdem ich stets gefordert habe. Windenergie allein garantiert keine Versorgungssicherheit, obwohl sie stark subventioniert wird, was die Konsumenten in ihren Stromrechnungen merken.“

„Erschreckenderweise hat Irland die dritthöchsten Strompreise unter den 28 EU-Mitgliedstaaten, trotz der Tatsache, dass die globalen Ölpreise gesunken sind, sind die Strompreise in Irland so hoch wie vor elf Jahren. Bedauerlicherweise fehlen konkrete Aktionen im Weissbuch, um die Kommission für Energie-Regulationen umzugestalten, um die Kosten im Energiesektor zu reduzieren und die Bedürfnisse der irischen Verbraucher zu reflektieren und Irlands Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen, wie es Fianna Fàil bereits mehrmals vorgeschlagen hat“, so Herr Moynihan weiters. „Ich bin auch besorgt, dass die Tür für zukünftige Frakturierungs-Aktivitäten offengelassen wurde, was sich meiner Partei entgegensetzt. Bedenken verbleiben auch, wie Irland das Ziel erreichen soll, bis zum Jahr 2020 50,000 Elektrofahrzeuge zu besitzen, wenn man bedenkt, dass es momentan nur 1,100 in der EV-Flotte gibt“, ergänzte Herr Moynihan.

Geschäftsführer der irischen Wind Energy Association, Kenneth Matthews, begrüßte das Weissbuch, welches seiner Meinung nach, Klarheit und Sicherheit in Bezug auf Irlands saubere Energiezukunft bringt.

Er sagte, dass der Plan die Windenergie als „die kostengünstigste Option für erneuerbare Energien in Irland“ erkennt. Dank Windenergie konnte das Land letztes Jahr €200 Millionen beim Import von fossilen Brennstoffen einsparen und mehr als 18% des Stroms wurden durch Windenergie generiert.

Die Irish Offshore Operators‘ Association (IOOA) hat die Publikation des Weissbuches der Regierung begrüßt.

Vorsitzender der IOOA, Professor Pat Shannon kommentierte die Publikation folgenderweise: „Wir begrüßen im Weissbericht vor allem die Anerkennung des wichtigen Beitrages von Öl und Gas zu Irland‘s künftigem Energiemix und insgesamt die Energiesicherheit, die das Potential bietet, signifikante und nachhaltige Vorteile zu liefern. In den vergangenen Jahren hat eine umfangreiche Beratung der Interessensvertreter stattgefunden, da die Richtlinie entwickelt wurde und dies hat zu einer ehrgeizigen Energiestrategie geführt.“

Es ist wichtig, dass die Regierung die effiziente Exploration und Entwicklung der natürlichen Ressourcen in der irischen Küste fördert und stimuliert, um eine größere Energieunabhängigkeit zu erreichen und dies ist ein wesentlicher Bestandteil von Irlands und der EU’s Energiesicherheitspolitik.

"Wir stellen die Absicht der Regierung fest, mit den Aktionären in dieser Hinsicht zukünftig zu konsultieren, und wir freuen uns auf die Beteiligung an diesem Prozess“, so Professor Pat Shannon (IOOA).

 

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