Irland spart und geht auf Wachstumskurs

29.06.10

Die irische Wirtschaft stabilisert sich aktuell auf dem Niveau der Jahre 2005/2006 und soll der Europäischen Kommission zufolge 2011 wieder um 3 % wachsen – exakt doppelt so stark wie der Durchschnitt der Euro-Zone.

Wie deutsche Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren können stand im Mittelpunkt von zwei von der Auslandshandelskammer Irland (AHK) organisierten Irland-Wirtschaftsveranstaltungen am 28. Juni in Hamburg und am 29. Juni in München.

Informiert wurden insgesamt rund 140 Wirtschaftsvertreter durch den irischen Botschafter Dan Mulhall, den irischen Wirtschaftsjournalisten und Autor Marc Coleman, den Direktor des Frankfurter Büros der irischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft IDA Ralph Biedinger, Geschäftsführer Dr. Wolfgang Häfele von der Ebert Hera Group sowie den Geschäftsführer Ralf Lissek von der AHK Irland.

 

In den vergangenen zwei Jahren haben die Iren den Gürtel deutlich enger geschnallt. So wurden allein mit dem Staatshaushalt 2010 Einsparungen in Höhe von 4 Milliarden Euro realisiert: unter anderem mit Kürzungen der Löhne und Gehälter im öffentlichen Sektor je nach Position um 5 bis 15 % und der Sozialausgaben um 4 %. Der Sparkurs soll mindestens mit den Haushalten 2011 und 2012 fortgesetzt werden, um das Haushaltsdefizit bis 2014 entsprechend der EU-Kriterien auf unter 3 % des Bruttoinlandsprodukts zu senken.

 

Auch in der irischen Privatwirtschaft liegt der Fokus auf Kostensenkung wie der Geschäftsführer der AHK Irland Ralf Lissek erläutert: „Gehaltskürzungen hat es in nahezu der gesamten irischen Wirtschaft gegeben. So prognostiziert die EU Kommission, dass die Lohnstückkosten in Irland im Zeitraum 2009 bis 2011 um etwa 9 % gesunken sein werden, während die EU im Durchschnitt 4 % zulegt.“

 

Potential für deutsche Unternehmen

Die Geschäftschancen für deutsche Unternehmen sind in Irland mittel- und langfristig gut wie Ralf Lissek betont: „In Irland gibt es viele Wirtschaftssektoren mit großem Potenzial für deutsche Exporteure bzw. Zulieferer. Zu nennen sind hier unter anderem Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, Umweltechnik, Erneuerbare Energien Technologien, die Lebensmittelbranche sowie Finanzdienstleistungen und internationale Services.“ Dabei verweist der Geschäftsführer der AHK Irland zudem darauf, dass in Irland mehr als 1.000 multinationale und internationale Unternehmen Standorte haben – diese würden überwiegend die Europazentralen dieser Firmen bilden. Zuletzt haben unter anderem Facebook mit der Einrichtung der Europazentrale und Hewlett Packard mit einem Standortausbau investiert. „Um diese multinationalen und internationalen Unternehmen herum entwickelt sich zudem der irische Mittelstand“, stellt Ralf Lissek weiter fest. „Dieser ist sehr offen für eine Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen, sowohl was den Import deutscher Produkte, Technologien und Dienstleistungen betrifft als auch den Export irischer Leistungen.“

 

Mehr Informationen zur irischen Wirtschaft sowie zu Geschäftschancen für deutsche Unternehmen in Irland sind erhältlich bei der Deutsch-Irischen Industrie- und Handelskammer, 46 Fitzwilliam Square, Dublin 2, Irland, Telefon 00353-(0)1-6424300, Telefax 00353-(0)1-6424399, info@german-irish.ie, www.german-irish.ie.