Marktchancen für deutsche Unternehmen im Bereich effiziente kommunale und industrielle Wasserversorgung- und -entsorgung in Irland

20.01.16 Markteintritt

„Abwassereinleitung hat weiterhin negative Auswirkungen auf die Umwelt in Irland. Am schlimmsten sind die Regionen Cork, Donegal und Galway betroffen. Eine Umkehr des Rückgangs der Investitionen in den letzten Jahren ist notwendig, um die Ableitung von ungeklärtem Abwasser in die Umwelt zu beseitigen und Irland zu ermöglichen, die EU-Standards zu erfüllen." Gerard O'Leary, Direktor der irischen Umweltschutzbehörde EPA

„Abwassereinleitung hat weiterhin negative Auswirkungen auf die Umwelt in Irland. Am schlimmsten sind die Regionen Cork, Donegal und Galway betroffen. Eine Umkehr des Rückgangs der Investitionen in den letzten Jahren ist notwendig, um die Ableitung von ungeklärtem Abwasser in die Umwelt zu beseitigen und Irland zu ermöglichen, die EU-Standards zu erfüllen." Gerard O'Leary, Direktor der irischen Umweltschutzbehörde EPA

Der im November 2015 veröffentlichte Bericht der irischen Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (folgend: EPA) „Schwerpunkt kommunale Abwasserentsorgung in Irland“ verdeutlicht die kritische Lage von Abwasseraufbereitungsanlagen sowie der Wasserentsorgungs- und versorgungsinfrastruktur in Irland. In dem Bericht wird die Notwendigkeit für Modernisierung und Instandhaltung der Aufbereitungsanlagen und Infrastruktur besonders hervorgehoben.

Um diesen Erfordernissen nachzukommen, wurde in Irland auf nationaler Ebene ein Investitionsbudget über € 5,5 Mrd. beschlossen, von dem bis 2021 € 2 Mrd. in Irlands Abwasserinfrastruktur investiert werden soll. Damit wird eine Verbesserung der Trinkwasserqualität und –versorgung, der Abwasserqualität und -kapazität sowie eine Modernisierung der Wasserinfrastruktur erzielt.

Zusätzlichen politischen Druck bekommt Irland von der EU Kommission, die Maßnahmen zur Anpassung von Wasserversorgungs- bzw. -entsorgungsanlagen an die EU-Standards fordert. Auch bei der Irischen Bevölkerung ensteht der Wunsch nach Verbesserung der Wasserinfrastruktur, da die Regierung seit 2014 eine äußerst unpopuläre Wasserabgabe eingeführt hat um die Finanzausstattung und Wasserwirtschaft zu erhöhen. Beiden Koalitionsparteien Fine Gael und Labour mussten dadurch bei der letzten Parlamentswahl Ende Februar 2016 starke Stimmenverluste hinnehmen und konnten ihre Regierungsarbeit nicht fortsetzen. Eine neue Koalition steht Ende April noch nicht fest.

Experten der Branche sehen in diesem Bereich hohes Potential für deutsche Unternehmen, da Irland hinsichtlich Technologien und Know-how auf Importe angewiesen ist. Deutsche Hersteller von Abwassertechnik haben 2015 bereits ihren Lieferanteil  gesteigert. Ein Blick auf die irischen Importe von ausgewählter Abwassertechnik zeigt, dass diese 2015 insgesamt um 8,4% auf 389,7 Mio. Euro zulegen konnten.

Mit den jetzt beschlossenen Investitionen ist auch in den kommenden Jahren mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen. Deutsche Anbieter halten zwar bei einigen Produkten nennenswerte Anteile; ihre Lieferposition ist aber trotz des zuletzt überdurchschnittlichen Wachstums oft noch ausbaufähig. Die Herausforderungen Irlands eröffnen neue Möglichkeiten und Marktchancen für deutsche Unternehmen, welche bereits aktiv bei der AHK Irland Anfragen zu ihrem Interesse am irischen Markt bekunden.

Kompakte Informationen hier

Den EPA Bericht in voller Länge finden Sie hier

Water Service Strategic Plan von Irish Water

Den Bericht vom GTAI finden Sie hier