Wachstum kehrt 2011 nach Irland zurück

11.03.10

Die irische Wirtschaft stabilisert sich aktuell auf dem Niveau der Jahre 2005/2006 und steuert wieder einer Phase mit einem durchschnittlichen Wachstum von 4 % pro Jahr von 2011 bis 2014 zu

Dies verdeutlichte zwei von der Auslandshandelskammer Irland (AHK) organisierte Irland-Wirtschaftsveranstaltungen am 10. März in Frankfurt am Main und am 11. März in Stuttgart. Informiert wurden die insgesamt 60 Wirtschaftsvertreter aus Hessen und Baden-Württemberg vom irischen Botschafter Dan Mulhall, dem irischen Wirtschaftsjournalisten und Autor Marc Coleman, dem Direktor der irischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft IDA Ralph Biedinger, Vorstandsmitglied Helmut Clissmann von Sika Ireland, Geschäftsführer Dr. Wolfgang Häfele von der Ebert Hera Group sowie dem Geschäftsführer der AHK Irland Ralf Lissek.

 

„Die Exporte wie auch die Konsumausgaben pendeln sich aktuell auf dem Niveau vom 1. Quartal 2006 ein. Das irische Bruttosozialprodukt wiederum kehrt etwa auf das Niveau von Anfang 2005 zurück“, erläutert Marc Coleman. Ab der zweiten Jahreshälfte 2010 soll Irland bereits wieder in die Wachstumsphase zurückkehren – mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 4 % zwischen 2011 und 2014. Der Wirtschaftsjournalist und Autor präsentierte eine Beispiel-Prognose für das Jahr 2012, in dem das Bruttoinlandsprodukt um 4,5 Prozent, der private Konsum um 3,5 Prozent, die Investitionen um 7,8 Prozent und die Exporte um 4,0 Prozent wachsen sollen.

 

Gürtel enger geschnallt

Damit es zu dieser positiven Entwicklung kommt, schnallen die Iren den Gürtel aktuell enger. So hat die irische Regierung im Rahmen des Staatshaushalts von Oktober 2008 bis Dezember 2009 5 % des Bruttoinlandsproduktes eingespart. Dabei wurden z. B. die Löhne und Gehälter im öffentlichen Sektor je nach Position um 5 bis 15 % gekürzt. Dieses Bild spiegelt sich auch in der Privatwirtschaft wieder, wie der Geschäftsführer der AHK Irland Ralf Lissek erläutert: „Gehaltskürzungen hat es in nahezu der gesamten irischen Wirtschaft gegeben. Dadurch ist Irland das einzige Land in der Euro-Zone, in dem die Kosten pro Einheit Arbeit sinken – im letzten Jahr um 5,25 % im Vergleich zur Euro-Zone.“

 

Die Arbeitslosigkeit, die aktuell bei 12,7 % liegt, soll in den nächsten Monaten noch um rund einen Prozentpunkt steigen und dann langsam zurückgehen – bis 2012 auf 11,8 %. Dabei ist das Beschäftigungsniveau weiterhin hoch. Waren zu Beginn der irischen Boomzeiten 1993 lediglich 1,18 Millionen Menschen beschäftigt, werden dies nach der Spitze von 2,12 Millionen in 2008 bis Ende diesen Jahres etwa 1,85 Millionen sein.

 

Potential für deutsche Unternehmen

Die Wirtschaftsaussichten in Irland sind Ralf Lissek zufolge auch für deutsche Unternehmen mittel- und langfristig gut: „In Irland gibt es viele Wirtschaftssektoren mit großem Potenzial für deutsche Exporteure bzw. Zulieferer. Zu nennen sind hier unter anderem Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, Umweltechnik, Erneuerbare Energien Technologien, die Lebensmittelbranche sowie Finanzdienstleistungen und internationale Services.“

 

Mehr Informationen zur irischen Wirtschaft sowie zu Geschäftschancen für deutsche Unternehmen in Irland sind erhältlich bei der Deutsch-Irischen Industrie- und Handelskammer, 46 Fitzwilliam Square, Dublin 2, Irland, Telefon 00353-(0)1-6424300, Telefax 00353-(0)1-6424399, info@german-irish.ie, www.german-irish.ie.

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