Tradition und hohe Qualität im Zentrum von "Süßigkeiten aus Deutschland"

Am vergangenen Mittwoch fand die halbtägige Süßwaren-Veranstaltung "Süßigkeiten aus Deutschland" in Dublin statt. Irische Vertreter aus dem Großhandel, Einzelhandel, Gastgewerbe, Herstellung und Import haben einen guten Einblick in den deutschen Süßwarenmarkt sowie in die neuesten Süßwarentrends erhalten. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Festigung der deutsch-irischen Geschäftsbeziehungen im Süßwarensektor. Die Auswahl an deutschen Süßwaren reichte dabei von Schokolade, Marzipan, Nougat, Pralinen, Lebkuchen bis hin zu Waffeln, Knäckebrot, Biscuit, Zwieback und Gummibären. Bereitgestellt wurden die Süßwaren von 11 deutschen Unternehmen, die ein großes Interesse daran haben, Fuß auf dem irischen Markt zu fassen. Jedoch haben auch einige deutsche Unternehmen, wie Haribo und August Storck teilgenommen, die bereits in Irland als feste Größen einen Namen haben. Die deutschen Produkte enthielten einige berühmte deutsche Spezialitäten wie beispielsweise das selbstgemachte Niederegger Marzipan und den Lambertz 'Printen Zwieback, welche beliebte Lebkuchenspezialität aus Aachen sind.

Laut Karin Stielford von German Sweets, der Vertreterin von über 100 deutschen Süßwarenherstellern, besitzt Deutschland ein sehr breites Wissen über Süßigkeiten. Mit dem Marktvolumen ist es der viertgrößte Markt für Süßwaren auf der ganzen Welt. Insgesamt befinden sich  zwei deutsche Unternehmen in den Top Ten der Süßwarenhersteller weltweit. „Unsere Beziehung zu Irland ist sehr gut: Deutschland ist hinter Großbritannien der zweitwichtigste ausländische Anbieter von Süßwaren für Irland ".

Stieldorf führt den Erfolg der deutschen Süßwarenunternehmen darauf zurück, dass sie ihren Fokus auf Tradition legen. Ihr Vortrag "Stark im Export, stark in der Innovation" konzentrierte sich auf KMU, die mehr als 90% der Deutschen Süßwarenwirtschaft ausmachen. "Viele der deutschen Süßwarenhersteller sind Familienunternehmen, die auf Tradition aufbauen. Lambertz, zum Beispiel, ist über 300 Jahre alt und wurde ursprünglich als eine kleine Bäckerei in Aachen gegründet. Ein weiteres Unternehmen, Brandt, ist über 100 Jahre alt. Jeder in Deutschland kennt das Brandt-Label, ein Vintage-Bild eines kleinen Kindes, da sie damit aufgewachsen sind. Meiner Ansicht nach besteht in den Exportmärkten die Herausforderung darin, dass traditionsreiche Unternehmen oftmals nicht sehr bekannt sind, sodass es Zeit braucht, um ein Vertrauen zu diesen aufzubauen."

Deutsche Unternehmen unterscheiden sich von der Konkurrenz oft aufgrund ihres hohen Qualitätsstandards. Zu den Premium-Marken in Deutschland zählen Niederegger, Lambertz und Schwermer. Karin Stieldorf von German Sweets hebt als Beispiel die Firma Niederegger hervor, die in Deutschland die beliebten Marzipan Pralinen herstellt: „Sie verwenden 100% Marzipanrohmasse, wohingegen viele andere Marken nur 50% reines Marzipan einsetzen." Ben Daniels, Marketing-Leiter bei Ritter Sport Großbritannien und Irland ist ebenfalls der Meinung, dass deutsche Unternehmen ihre Geschichte und ihre Qualität auszeichnen. "Ritter Sport ist ein Familienunternehmen, das im Jahr 1912 gegründet wurde. In unserer Firma dreht sich alles um die Herstellung von hochwertiger Schokolade und unsere Strategie geht bisher auf, da wir Abnehmer in über 103 Ländern haben. Derzeit überarbeiten wir unsere Eintrittspläne für den irischen Markt und freuen uns sehr über unsere Zukunft hier. "

"Das wichtigste Ziel unserer Veranstaltung war es, auf das Potenzial der deutsch-irischen Zusammenarbeit im Süßwarensektor aufmerksam zu machen", so Aideen Keenan, Leiterin der Marketing-Abteilung der Deutsch-Irischen Industrie- und Handelskammer in Dublin, die von dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beauftragt wurde, das Informationsseminar im Citywest Hotel durchzuführen. Weiter fährt sie fort: „Deutschland ist im Grunde nicht als Süßwarenhochburg bekannt, obwohl die großen Marken wie Haribo, Werthers Original und Ritter Sport typische deutsche Marken sind. Mithilfe der heutigen Veranstaltung konnten wir mehr Aufmerksamkeit für die hochwertigen deutschen Süßwarenmarken erreichen und sind in einer viel besseren Position, um Möglichkeiten für potenzielle neue Marktteilnehmer zu schaffen. "

Das irische Publikum war sehr angetan und hat nach den Vorträgen und der Verkostung der deutschen Produkte wertvolles Feedback gegeben. Nach Shay Barber von Shelton Distributors, "ist es für die deutschen Unternehmen wichtig zu wissen, dass sich der Geschmack auf dem irischen Markt erheblich von dem auf dem deutschen Markt unterscheidet. Andererseits konnten Lidl und Aldi in Irland bei der Einführung dieser traditionellen deutschen Waren große Erfolge aufweisen. Ohne Zweifel wird sich der irische Markt auf lange Sicht verändern. Darüber hinaus hat Ben Daniels von Ritter Sport enthüllt, dass Marzipan mit Abstand der größte Verkaufsschlager auf dem britischen und irischen Markt war, obwohl es eigentlich nicht den Geschmack dieser Märkte trifft.

Lyndsey Clarke von Ampersand Sales empfiehlt die Verpackung auf den irischen Markt anzupassen: „Es ist meist sehr offensichtlich, wenn ein Produkt nicht auf den irischen und britischen Markt zugeschnitten wurde, zum Beispiel, wenn es sich eher um funktionelle Verpackungen handelt und dem optischen Faktor weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Für deutsche Unternehmen ist es daher auf jeden Fall ratsam, das Augenmerk nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die Verpackung zu  legen. Nur so können sie sicherstellen, langfristig erfolgreich auf dem Markt zu sein."

"Einer der Trends auf dem irischen Lebensmittelmarkt, der sich immer mehr auch in dem Süßwarenbereich herauskristallisiert, ist die Nachfrage nach ‚frei von‘ Produkten, das heißt frei von Zucker, Fett, Gluten, Farbstoffe, Aromastoffe etc.", so Miriam Tuomey, Industrie-Managerin der Lebensmittel- und Getränkeabteilung bei Bord Bia. Weiter fährt sie fort: „Immer mehr irische Verbraucher machen sich bei ihren Kaufentscheidungen Gedanken über ihre Gesundheit. Bord Bia‘s grüne Kampagne, die den Fokus auf natürliche nachhaltige Produkte aus Irland legt, möchte auch bei diesem weltweiten Trend mitziehen."

Nach dieser erfolgreichen Veranstaltung hofft die Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer, in naher Zukunft eine weitere Geschäftsanbahnungsreise von Deutschland nach Irland zu organisieren, um konkrete Partnerschaften zwischen irischen Händlern und deutschen Süßwarenherstellern zu vereinbaren.

Die Deutsch-Irische Industrie- und Handelskammer war auch auf der Messe ‚Food & Hospitality Ireland 2015‘ am 16. und 17. September vertreten, um die Aktivitäten in dem Lebensmittel- und Landwirtschaftssektor zu fördern.